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Geschichte

Beinahe jede grössere Industrieortschaft hatte einst ihr Gaswerk. Mit dem Übergang zum Erdgas endete in der Schweiz die über hundertjährige Geschichte der Gaserzeugung. Über 100 öffentliche Gaswerke und eine weitere Anzahl von Industriegaswerken entstanden in dieser Zeit. Seit der Einstellung der schweiz. Gasproduktion in den 60er- und 70er-Jahren sind fast alle Produktionseinrichtungen und Gebäude abgebrochen worden.

Kriegswinter 1914/15: Gaswerk Rüti im Bau

Gaswerk Rüti

Am 14. Mai 1915 wurden im neu erstellten Gaswerk die ersten 100 kg Kohle zur Entgasung gebracht. Täglich werden 50 neue Küchen angeschlossen. Noch im selben Jahr wird Gas ebenfalls an Dürntner, Hinwiler und Bubiker Abonnenten abgegeben. Ein Jahr später stösst Wald als Grossbezüger und Verteiler noch dazu.

1944

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Steinkohle rar. Die Gasabgabe muss rationiert werden.

1946

Aufhebung der Gasrationierung

1965

Anschluss an das Gaswerk Zürich und Stilllegung des eigenen Betriebes. Nur der Gasometer und zwei Reservehochdruckspeicher à 5 Atü finden weiter Verwendung.

1973/1974

Umstellung auf Erdgas. Sämtliche Brenner müssen angepasst oder umgetauscht werden.

1995

Wolfhausen wird an das Gasnetz der Gemeindewerke Rüti angeschlossen.

2004

Die Gemeindewerke Rüti eröffnen die erste Erdgastankstelle im Zürcher Oberland.

 

Das heutige Erdgas ist für Menschen, Tiere und Pflanzen ungiftig; es verschmutzt weder Böden noch Gewässer.

 
Altes Gaswerk Rüti: Gaskessel unter Druck

Werbung aus dem Jahre 1952

Gas aus Kohle

Das Gas wurde aus Steinkohle gewonnen. Indem die Kohle im Gaswerk unter Luftabschluss auf 1'000 bis 1'200 Grad erhitzt wurde, erreichte man, dass das in der Kohle enthaltene Gas entwich (Kohlenentgasung).

 

Das giftige Rohgas wurde zunächst mittels Destillation von Teer, Ammoniak, Naphthalin, Schwefelwasserstoff und Benzol gereinigt. Ab den 50er Jahren wurde es zusätzlich durch Entzug von Kohlenmonoxid entgiftet.

 

Das Gas setzte sich hauptsächlich aus Wasserstoff (51%), Methan (21%), Stickstoff (15%) und Kohlendioxid (9%) zusammen. Die entgaste Kohle, der «Koks», wurde für Heizzwecke verwendet, die übrigen bei der Destillation anfallenden Nebenprodukte waren begehrte Ausgangsstoffe für die chemische Industrie. Der Verkauf dieser Nebenprodukte trug wesentlich zur wirtschaftlichen Blüte der Gaswerke bei.

 

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